TAO ARCANA易经 · tarot
Große Arkana · XI

Die Gerechtigkeit

Die Tarotkarte Die Gerechtigkeit (Rider-Waite-Smith)

Die Gerechtigkeit sitzt aufrecht zwischen zwei Säulen, in der einen Hand das Schwert, in der anderen die Waage. Sie wiegt, ehe sie spricht, und sie spricht klar. Sie ist die Karte der Fairness, der Wahrheit und der Verantwortung, die Erinnerung daran, dass jede Tat eine Waagschale neigt. Sie zu ziehen heißt, eingeladen zu werden, ehrlich auf Ursache und Wirkung zu schauen.

Aufrechte Bedeutung

Aufrecht ist die Gerechtigkeit die Karte der Fairness und der Verantwortung. Jede Entscheidung neigt eine Waagschale, und sie lädt dich ein, Ursache und Wirkung ehrlich zu betrachten, deinen Anteil anzuerkennen und so zu handeln, dass du es offen vertreten könntest.

Das ist die Karte des klaren Sehens und der wahren Folge — nicht der Rache, sondern des Ausgleichs. Sie erinnert dich daran, dass das, was du säst, du auch erntest, und dass die ehrlichste Entscheidung jene ist, die du im hellen Licht treffen und vor anderen offen benennen könntest.

Umgekehrte Bedeutung

Umgekehrt deutet diese Karte auf eine Wahrheit, der ausgewichen wird, oder eine Folge, die geleugnet wird, und fragt, wo du andere — oder dich selbst — mit zweierlei Maß misst.

Manchmal ist es Ungerechtigkeit, ein Ungleichgewicht, das du erleidest oder austeilst; manchmal eine Ausflucht, das Drehen und Wenden, um der Verantwortung zu entgehen. Die umgekehrte Gerechtigkeit bittet dich, die Schale ehrlich anzusehen und nicht zu leugnen, was du längst weißt.

Wenn sie in einer Legung erscheint

In der Liebe ist die Gerechtigkeit die Fairness zweier Menschen zueinander, das ehrliche Eingestehen des eigenen Anteils an einem Bruch. In der Arbeit ist sie der Vertrag, die Entscheidung, das klare Abwägen, das keine Seite übervorteilt. In einer gewöhnlichen Woche ist sie die Frage, ob du nach denselben Maßstäben handelst, die du von anderen verlangst.

Symbole auf der Karte

Im Rider-Waite-Smith-Bild sitzt eine gekrönte Gestalt zwischen zwei Säulen, ein erhobenes Schwert in der rechten Hand, eine ausgewogene Waage in der linken. Das Schwert weist senkrecht nach oben, Zeichen klarer, unparteiischer Vernunft. Ein purpurner Vorhang hängt hinter ihr, der das Verborgene vom Offenbaren scheidet.

Ihr I-Ging-Verwandter

Die Gerechtigkeit ist eine Luft-Karte, und ihr I-Ging-Verwandter ist Xun ☴ (巽), das Trigramm des Windes. Der Wind reicht in jeden Winkel und macht sich nach und nach, gleichmäßig bemerkbar; er ist der geduldige, durchdringende Einfluss, der ebnet statt zu zerschlagen. Das passt zur Gerechtigkeit, deren Fairness durch klares Sehen und stetige Folge wirkt statt durch plötzliche Gewalt. Um eine Sache ehrlich abzuwägen, wirf ein Hexagramm und lies, wie Tarot und das I Ging sich entsprechen.

Diese Karte in einer Legung gezogen? Zieh eine Karte. Zur Besinnung und Einsicht, nicht zur Wahrsagerei — siehe unseren Haftungsausschluss.